Endokrine Orbitopathie

Die endokrine Orbitopathie ist eine Autoimmunerkrankung, die an Autoimmunerkrankungen der SchilddrĂĽse wie Morbus Basedow und Hashimoto-Thyreoiditis gekoppelt ist.

Etwa 30-50% der Patienten/Patientinnen mit autoimmuner Schilddrüsen-Erkrankung erkranken auch an einer endokrinen Orbitopathie („EO“).

Überwiegend sind dabei milde Augenveränderungen (ca. 80% der EO).

Selten kann es jedoch auch zu einer schweren EO kommen (ca. 3-5% der EO). Dabei sind das Bindegewebe und die Augenmuskulatur innerhalb der Augenhöhle entzündet. Da in der knöchernen Augenhöhle wenig Platz ist, treten die Augen etwas hervor. In dieser Situation sind engmaschige augenärztliche Kontrollen sehr wichtig. Um die Entzündung zu bremsen, kann es erforderlich sein, eine Cortisontherapie durchzuführen. Diese wird als Infusion 1x wöchentlich über 3 Monate ambulant durchgeführt und ist wesentlich besser verträglich als eine Cortisontherapie in Tablettenform. Unter bestimmten Voraussetzungen kann es sein, dass auch eine niedrigdosierte Bestrahlung der Augenhöhlen empfohlen wird.

Die endokrine Orbitopathie kann anfänglich akut verlaufen. Daher sollten bei Verdacht kurzfristig augenärztliche Kontrollen mit Dokumentation des Augenbefundes erfolgen.

Wichtig ist darüber hinaus eine gute Schilddrüseneinstellung und – falls Sie Raucher/Raucherin sind – dass Sie nicht rauchen!

Neue Forschungsansätze befassen sich mit der medikamentösen Blockade von Rezeptoren im Augenhöhlen-Bindegewebe. Damit sollen die entzündlichen Abläufe gestoppt werden. Aktuell sind diese Medikamente jedoch noch nicht zugelassen. 

Selen bzw. Natriumselenit

Selen ist ein Spurenelement, das wir mit der Nahrung aufnehmen. Selen hat einen antientzĂĽndlichen Effekt. Allerdings herrscht in Deutschland ein gewisser Selenmangel.

In allen Stadien der EO ist daher eine Seleneinnahme von 200 µg/Tag über eine Zeitraum von  6 Monaten sinnvoll. Eventuell kann danach die Seleneinnahme in Höhe von von 50-100 µg/Tag fortgesetzt werden  - zwischendurch sollte jedoch eine Selenbestimmung im Blut erfolgen, damit keine Überdosierung entsteht.

Hinweis:  bitte bringen Sie möglichst Ihre aktuellen Schilddrüsen-Laborwerte zum Termin mit!